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22 | 09 | 2017

Gedanken zum neuen Evangelistarträger und Werktagsaltar von Pfr. Martin

 

 

 

Ein Altar sei wie ein Grenzstein. Er markiere die Grenze zwischen Himmel und Erde, Zeit und Ewigkeit - so wird manchmal gesagt.

 

Doch Grenzen trennen. Grenzen schließen ein und aus.

 

Jakob richtete einst in Bethel einen Altarstein auf, weil er festgestellt hatte, dass dort eine Himmelsleiter die Erde berührte und Himmel und Erde verband.

 

„Hier ist eine „porta coeli“ eine „Himmelspforte“ sagte er darum und nannte den Ort „Beth-el“ – „Haus Gottes“.

(nachzulesen in Genesis 28, 10-22)

 

Himmelsleiter oder Himmelspforte - diese Begriffe bedeuten aber nicht Trennung, Grenze und Absonderung, sondern Begegnung, Austausch und Kommunikation.

 

Vorne und hinten ist sie durch zwei solide Trägerelemente mit dem Boden verbunden.

Die Hohlform, die sie dabei in der Mitte freigibt, entspricht dem unteren Balken unseres Altarkreuzes.

 

Das kann uns sagen, es ist das Kreuz Jesu, das unsichtbar die Brücke zu Gott schlägt und über das Gottes Segen zu uns kommt.

 

Von der Seite sieht der neue kleine Altar eher leicht und fragil aus, denn sie zeigt den Brückenbogen, der überspannt und der trägt, was sich oben darauf befindet.

 

Er trägt Sonntags das Buch mit dem Evangelium und Werktags die eucharistischen Elemente Brot und Wein.

 

Denn über die unscheinbare und zerbrechliche Wort- und Brotbrücke kommt Christus selbst in unsere Mitte.

 

Der Gekreuzigte ist gegenwärtig in seinem heiligen Evangelium und Sakrament auf dem Tisch seines Wortes und Mahles.

Hoffentlich stehen wir an unserer Seite bereit, ihn mit Lob und Dank zu empfangen, damit wir wie Jakob sagen können:

„Hier schlägt die Liebe Gottes ihre Brücke zu uns!“

 

 

Bei der Altarsegnung haben wir gesagt und gebetet:

 

Der Sperling findet ein Haus

und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen:

deine Altäre, mein Gott und mein König!

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus,

die dich allezeit loben.

 

 

Herr, unser Gott, dein Sohn schenkt sich uns

in seinem heiligen Wort und Sakrament.

Segne diesen Tisch, an dem wir

sein Evangelium vernehmen,

seinen Tod verkünden und seine Auferstehung preisen.

Mach ihn zu einem Ort, wo wir deinen Segen

empfangen und dein Lob vermehren.

Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.