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22 | 09 | 2017

Die Kanzel in St. Bruno

 

In seiner Predigt vom 11.03. 2012 hat Pfarrer Jürgen Martin die Skulpturen und das Steinrelief der Kanzel erläutert. Auszüge aus dieser Ansprache finden Sie unter bzw. neben den jeweiligen Bildern.

 

 

 

 

 

Heute kommt die Predigt von unserer alten Kanzel, weil diese Kanzel selbst eine Predigt ist.

 

Die Basis der Kanzel ist eine Darstellung von Engeln mit den Gebotstafeln Gottes. Das heißt: Das Wort Gottes in der hl. Schrift ist die Grundlage jeder Predigt. Predigen geschieht immer auf dem Boden der biblischen Überlieferung. Wir reden, weil wir glauben, dass Gott geredet hat!

 

Über dem Prediger aber schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Denn Predigen soll nicht nur das Geschriebene wiederholen, sondern es geisterfüllt und begeisternd neu aussagen – Predigen soll Schriftauslegung im Geiste Gottes sein. Der Buchstabe allein tötet nämlich, der Geist aber macht lebendig!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinter dem Prediger steht auf unserer Kanzel ein Engel mit einem Buch. Das kann daran erinnern, dass wir nicht die ersten sind, die die Schrift aus legen. Hinter uns steht die lange Geschichte der Kirche mit ihrem Glauben und Leben in unterschiedlichen Zeiten.
Hinter uns stehen die vielen Theologen und Heiligen, Konzilen, Bischöfe und Päpste und ihre Lehre.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinter dem Prediger steht hier aber auch, und das tut gut, ein betender Engel, denn es ist immer besser, wenn jemand betend hinter einem Prediger steht als wenn er sich kritisieren oder spottend über ihn erhebt.

Der Prediger selbst aber steht der Gemeinde nahe und hat die Menschen unmittelbar vor Augen. Denn er soll ja die Menschen seiner Gegenwart, ansprechen und auf sie eingehen.

Dazu muss er aber ihre Freuden und Fragen, ihre Sorgen und Nöte kennen und verstehen. Nichts ist langweiliger, als heute die Fragen von Gestern zu beantworten.
In jeder Predigt soll das Gestern der Schrift für das Heute der Menschen fruchtbar werden,
damit sie das Morgen der Ewigkeit erreichen.

Und dabei ist ein Detail unserer Kanzel wichtig:
Die Engel zeigen die Gebotstafeln Gottes mit lächelnden Gesichtern.
Das ist kein Hohn oder Spott, sondern macht deutlich, dass jedes Wort Gottes eine frohe Botschaft ist.

Dass Gott überhaupt mit uns redet und nicht schweigt, ist schon Grund zur Freude - und auch seine Gebote sind keine drückende Last, sondern wollen froh machen.

Darum beginnen sie ja mit der Erinnerung an eine Befreiung:
„Ich bin dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus!“ Bevor Gott sagt du sollst, sagt er, was wir sind: Befreite und zwar als Geliebte.

Aus Liebe in die Freiheit geführt und darum dazu berufen, die Freiheit zu bewahren und nicht wieder Sklaven von Menschen, Mächten oder Dingen zu werden, darum geht es und dahin soll es gehen und darum hören wir zu!

 

 

Die Marmorskulpturen auf dem Vorplatz der Kirchen nehmen Bezug auf alttestamentare Ereignisse.