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25 | 11 | 2017

Helmut Heinz

Als Nachfolger von Pfarrer Eink wurde 1986 Pfarrer Helmut Heinz, 43 Jahre alt, vom Erzbischof nach St. Bruno versetzt. Als zunächst jüngster Kaplan, dann jüngster Pastor in der Erzdiözese hatte er als Pfarrer bereits Erfahrungen in der Gemeinde St. Marien in Bergisch-Gladbach/Gronau gesammelt. Er wurde von der Gemeinde freudig begrüßt, wenn die Einholung auch nicht mehr in der großen Form wie bei Pastor Eink erfolgte. Nach mehr als 30 Jahren Fritz Eink war es für ihn nicht leicht, sich in die große, selbstbewusste und ungewöhnlich aktive Pfarrgemeinde einzugewöhnen. Zudem machte sich der „Zeitgeist“, der Religion und Kirche immer mehr entgegenstand, auch in St. Bruno für die Seelsorge schmerzlich bemerkbar. Die Überalterung des Stadtteils und die sinkenden Geburtenzahlen hatten zudem die Gemeinde schon über einen längeren Zeitraum schrumpfen und die Kirche bei den Gottesdiensten leerer werden lassen. Der Priestermangel – nur noch ein Kaplan stand dem Pastor zur Seite – und der sich abzeichnende Wandel in der Organisation der Pfarrgemeinden hin zu größeren Seelsorgebereichen forderten äußersten Einsatz von den Seelsorgern. Zwar konnten Diakone und Pastoralassistenten und –referenten, Männer wie Frauen, manche Aufgaben in der Seelsorge und Katechese übernehmen; trotzdem blieb für die ureigenen priesterlichen Aufgaben den Geistlichen im Alltag immer weniger Zeit. Die von Pfarrer Heinz gehaltenen Einkehrtage für die Frauengemeinschaft waren wegen des theologischen Gehalts außerordentlich beliebt. Auch begründete und förderte er mit großem Engagement gemeinsam mit den übrigen Pfarrern des Seelsorgebereiches und der Evangelischen Gemeinde die Sülz-Klettenberger Woche. Zu wechselnden Themen und Schwerpunkten kamen die Interessierten an verschiedenen Orten zusammen zu Vortrag, Diskussion, Workshop oder anderen Aktivitäten. Ein Ersatzbau für den in die Jahre gekommenen Kindergarten an der Ölbergstraße war das letzte von Pfarrer Eink in Angriff genommene Bauvorhaben. Es wurde von Pfarrer Heinz mit großem Engagement bis in die Einzelheiten übernommen. 1989 wurde das von Architekt Heinz-Christian Becker und seiner Tochter entworfene Haus eingeweiht und veränderte mit seiner markanten Bauform das Aussehen des hinteren Kirchplatzes. Im ausgebauten Kellergeschoss wurde die heutige Begegnungsstätte St. Bruno eingerichtet. Drei Kindertagesstätten auf dem Boden der Pfarrei stehen den katholischen Familien und Alleinerziehenden bzw. ihren Kindern offen: neben Bruno I an der Ölbergstraße und Bruno II am Beethovenpark auch der Kindergarten des SKM-Zentrums im Sozialen Brennpunkt Geisbergstraße. Die von Pastor Heinz geplante Umgestaltung der Brunokirche fand wenig Gegenliebe in der Gemeinde und verzögerte sich auch aus anderen Gründen. Doch ein schwerer Gehirnschlag setzte dem Wirken des rastlosen Seelsorgers und Bauherrn im Jahr 2001 ein jähes Ende. Während des Gottesdienstes für die Grundschulkinder in der Woche vor Palmsonntag brach Pfarrer Heinz am Altar zusammen und musste mit schweren Gehirnblutungen vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. Nach einer Phase der relativen Erholung bat er den Erzbischof um Entpflichtung, die ihm gewährt wurde. Als Frühpensionär zog er nach Düsseldorf-Eller, wo er in der Pfarrei St. Gertrud nach seinen Kräften den Pfarrer unterstützt.