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25 | 11 | 2017

Pfarrer Joseph Meier

In der Zeit während und nach dem ersten Weltkrieg baute er über 800 Wohnungen und legte über 200 Morgen in Kleingärten an. Sein soziales Engagement kam nicht von ungefähr: Die Pfarre St. Nikolaus in Sülz, an der er von 1915 bis 1923 als Kaplan wirkte, zählte damals 24 000 Gemeindemitglieder, zum großen Teil Arbeiter, die in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg in schwierigen Verhältnissen lebten. Joseph Meier sah, was zu tun war: innerhalb des Arbeitervereins gründete und leitete er eine Siedlungsgenossenschaft und eine Kleingartengenossenschaft. Er hatte sich also schon seine Sporen verdient und gezeigt, wie umfassend seine Vorstellungen von Seelsorgearbeit waren, als er am 17. 8. 1923 zum Rektor des am gleichen Tag gegründeten Rektorats St. Bruno ernannt wurde. Jetzt hatte er Gelegenheit, eine Pfarre ganz nach seiner Auffassung aufzubauen, und er verstand es, in wirtschaftlich und politisch schwieriger Zeit die Angehörigen der jungen Pfarrei zu lebendigem und überzeugtem Mittun in Verbänden und Gemeinschaften anzuregen. Vielfach sprach man in Köln anerkennend vom St.-Bruno-Geist.
Er war ein Mann von festen Grundsätzen, der immer wieder in Wort und Schrift seine Gläubigen auf die Mitte und das Ziel ihres Lebens hinwies und versuchte, ihnen auch den Bezug zwischen Alltag und dem Geschehen im Kirchenraum deutlich zu machen. In seiner stets freundlichen Art schätzte er das gesellige Gespräch mit Jung und Alt und galt als ein Mann der stillen und erfolgreichen Vermittlung.
Auf seine Versetzung an die Stiftskirche in Bonn im Jahre 1938 reagierten seine Pfarrkinder mit heller Empörung. Eine Abordnung der Pfarrei bestürmte den Kardinal mit der Bitte, den Brunensern „ihren" Pastor zu lassen und schilderte seine Vorzüge in allen Farben. Die ebenso lakonische wie salomonische Antwort ist dem Inhalt nach überliefert: Gerade die Petition der Pfarrgemeinde und die Lobrede auf ihren Pfarrer bestärke den Kardinal in der Überzeugung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
„Am 13. März bereitet die Gemeinde ihrem Hirten einen großen Abschiedsabend", berichtet die Chronik, und: „An der Einführung des neuen Pfarrers der Stiftskirche nahmen über 600 Klettenberger teil, die im Extrazug nach Bonn fuhren, gewiß ein überwältigendes Zeichen von dankbarer Anhänglichkeit." 9 Jahre wirkte Joseph Meier noch als Pfarrer in Bonn; im Jahre. 1947 wurde er zum Dechant ernannt, aber er konnte dieses Amt nur kurze Zeit ausüben. Am 11. Dezember 1947 wurde er plötzlich zu Gott heimgerufen.

Lebensdaten:

geboren am 13. 8. 1889 zu Mülheim-Wichterich bei Euskirchen
zum Priester geweiht am 24. 6. 1915 im Hohen Dom zu Köln Kaplan an St. Nikolaus 1915-1923 in Köln-Sülz
Pfarrektor an St. Bruno 1923-1938 in Köln-Klettenberg
Pfarrer an der Stiftskirche 1938-1947 in Bonn
gestorben am 11. 12. 1947 in Bonn