Start Kontakt
22 | 09 | 2017

Das Triumphkreuz am Hauptaltar in St. Bruno

Das über dem Hauptaltar hängende Triumphkreuz wurde in den frühen 50-Jahren vom Kölner Künstler Hanns Rheindorff geschaffen. Der triumphierende Christus besteht aus getriebenem Silber. Die vier Balkenenden zeigen Emails der vier Evangelistensymbole. Es ist sicher erwähnenswert, dass für die Herstellung des Kreuzes Schmuck und Tafelsilber von Gemeindemitgliedern gespendet wurden, um den Corpus und die Emails finanzieren zu können.

Mit dem geflügelten Symbol des Adlers wird der Evangelist Johannes dargestellt, der Stier wird Lukas zugeordnet, der Mensch steht für Mathäus und der Löwe ist das Zeichen für den Evangelisten Markus.

1959 wird in der Fastenzeit das erste Mal das Fastentuch der Künstlerin Schmitz-Steinkrüger vor dem Triumphkreuz aufgehängt. Das großmaschige Netz, auf das eine Dornenkrone aufgestickt ist, verdeckt das Kreuz - jedoch nur soweit, dass dahinter der triumphierende Christus am Kreuze sichtbar bleibt.

Das Fastentuch („velum templi“) hat eine sehr lange Tradition in der katholischen Kirche. Es wird zum ersten Mal um 895 in der Lebensbeschreibung des Abtes Hartmond von St. Gallen erwähnt und bedeckte zunächst während der 40 Tage der Fastenzeit den gesamten Altar. Am Karfreitag wird es unter den Worten der Passion „et velum templi scissum est medium“, übersetzt „der Vorhang des Tempel zerriss in der Mitte“ entfernt und hat deshalb auch den Namen „velum templi“, das heißt Verhüllung/Vorhang des Tempels.
Das Heilige zu verhüllen und die damit verbundene Erfahrung der Offenbarung ist Teil der religiösen Grunderfahrungen. Gott begegnet den Menschen in der Bibel nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern er offenbart sich stets verborgen und in anderer Gestalt. Im Mittelalter entzog man daher mitunter den kompletten Altarraum dem Blick der Gläubigen. Dieser Tradition folgend, entwickelten sich Fastentücher, die bemalt oder bestickt waren und erst im Laufe der Zeit wieder kleiner wurden. Heute sind die Fastenvelen in unseren Kirchen bis auf die kurze Verhüllung der Kreuze vom 5. Fastensonntag bis zum Karfreitag verschwunden.

 

Ein weiteres Schmuckstück unserer Kirche ist der Tabernakel.